Wie war die Game Developers Conference (GDC) in San Francisco?

Im Zentrum sind die großen Marken: Playstation, Microsoft, Nintendo. Oder auch Facebook, OculusVR, Unreal Engine. Viele Grafikdienstleister. Viele Game Developer. Und drumherum: Analytics, Attribution, Advertising.

2014-03-19 gdc

Es war meine erste GDC und ich war sehr gespannt was mich erwarten würde. Die Konferenz inklusive Expo war sehr groß, 24.000 Besucher sind vorbei gekommen in den 5 Tagen. Den Kern bilden die Plattformvertreiber wie Microsoft, Playstation, Nintendo oder auch Facebook und OculusVR, die Entwickler für ihre Systeme suchen. Auch Hardwareanbieter wie AMD, Qualcomm oder Intel preisen ihre neuesten Chips und welche tolle Grafik damit möglich ist. Sie hatten die größten Stände.

Thematisch angrenzend gibt es viele Grafik-design und -engine Aussteller. Man konnte sehen wie einfach man neue Monster herstellen kann. Oder wie man sehr natürliche Bewegungen digitalisieren kann z.B. mittels Optitrack. Zur Vorführung hat eine Tänzerin den ganzen Tag mit Sensoren auf einer Bühne getanzt. Das digitale Bild davon war auf Leinwänden zu sehen. Weiterhin gab es auch Anbieter, die einem erzählen konnten, wie eine gute Story für ein Spiel aussehen muss.

2014-03-21 gdc optitrack

“Yes, yes… we can do this.” Da konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen. Ein Advertising Aussteller. Wie oft habe ich diesen Satz gehört in unserer Advertising Welt. Das Versprechen, dass alles geht. Meine Heimat. Und es fühlt sich komisch an auf der GDC. Auf der einen Seite die High-End-Plattformanbieter, auf der anderen Seite – mit eher kleinen Ständen – die Advertising Dienstleister, die alle hauptsächlich Online oder (mehr noch) Mobile Monetarisierung oder (mehr noch) Distribution anbieten.

Doch auf der GDC laufen unter den Besuchern die geballten Budgets des Mobile Advertising Markts rum: King.com (376.9 Mio. USD spendings im letzten Jahr), Zynga (181,9 Mio.) oder Glu Mobile (20,9 Mio.) sind einige Beispiele. Ziele für sie sind: Qualitativ hochwertige Nutzer finden, so viele und so günstig wie es geht. Und wenn es geht auch gerne viel Geld verdienen, allerdings ist da Advertising längst nicht mehr die einzige Einnahmequelle, sondern auch In-App-Purchases.

Und da fällt es extrem positiv auf, dass gleich 3 Berliner Unternehmen aktuell unglaublich Traktion in diesem Vertical bekommen: Adjust, Hitfox und Sponsorpay. Die Wahrnehmung aller 3 Unternehmen ist durchweg sehr positiv bei den Gästen gewesen. Adjust (ehemals Adeven) hat durch das hasoffers Debakel extrem viel Zulauf bekommen – und die Kunden waren überrascht was Adeven für ein tolles Produkt haben. Die Hitfox Group mit den einzelnen Vehikeln wie Applift, ad2games und Game Finder haben nach 3 Jahren schon 15 Mio. Gewinn (!) erwirtschaftet. Und Sponsorpay ist und bleibt für viele Games Developer der Hauptkanal zur Monetarisierung und wir dürfen mit Sicherheit bald mehr News von denen hören.

Da passt es auch sehr gut zusammen, dass diese 3 Unternehmen die – so war am Tag danach die Meinung aller – bislang beste Party geschmissen haben, seitdem es die GDC gibt. Im Audio wurde eine Berlin-Nightclub-Themed Party veranstaltet – inklusive Elektro DJ (ich hab gehört, dass er bei Applift arbeitet), Mauerdeko und Fotos vom Berghain. Klubnacht wurde die Party getauft und sieht man von den VIP Areas, dem Champagner und den Leuchtstäben, die verteilt wurden, einmal ab, hat es sich auch fast so angefühlt 🙂

Der Markt – das hat die GDC auch wieder gezeigt – bleibt weiterhin sehr dynamisch. Nicht mal eine Woche später hat Facebook den Kauf von Oculus bekannt gegeben.

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Cocktail-Karte bei der Klubnacht. Adeven wurde – ähm – vertippt